Die Dorfschelle
Nummer 2 - Ausgabe Anfang 1986
Aspisheimer Flurnamen - Teil 1
(Aus: Die Heimat; Heft 2 und 3 von 1933;
Autor: Lehrer Heinz Koch, Aspisheim)
Die Flurnamen sind schon sehr alt; selten findet man in der Feldmark neues Sprachgut. Es sind meist noch heute die Namen, die der Bauer Tellen seiner Gemarkung bei der Besitznahme gegeben hat. Nur wenige wurden später umgetauft und auch nur dann, wenn wichtige Gründe vorlagen.
Die Motive der Benennung sind sehr verschieden. Für die hiesige Gemarkung sind folgende bestimmend gewesen:
- Lage der Gewannen;
- ihre Größe oder ihre Gestalt;
- Ziel der Wege, an denen sie liegen;
- Boden- und Gesteinsarten;
- Bepflanzung in alter Zeit;
- nach ihrer Zweckbestimmung;
- nach Tieren;
- nach geschichtlichem Hintergrund;
- nach Quellen und Wasser;
- nach Bodenveränderungen.
1. Flurnamen nach Lage der Gewannen:
Auf der Hochgewann
1671: Item 1/2 morgen Acker in den 3 morgen auf dem mittelberg auf
der hochgewandt.
1772: in der Hohengewand.
Unterm Brückelchen
1603: Unden am brückeichen
1772: am Brücklein.
Im Dorfgraben
1671: am Dorfgraben in der Kirchwiß.
Hinterm Dorf
1603: hinder Dorf.
Oberwiese
1603: in der Oberwisen.
1672: Drey Virtel Acker auf der Oberwiesen gelegen.
Am Schlittweg
1603: am schletweg
1778: an der straß am schledweg.
Bedeutung: slita = Feldweg und zwar Verbindungs- und Gewannenweg.
Auf dem Mittelweg
1671: item 1 morgen Acker in den 3 Morgen uf dem mittelberg.
1776: in der Mittelgewand.
Bedeutung: Lage zwischen 2 Bergen
Am Sonnenberg
1769: auf dem Sonnenberg.
Bedeutung: Sonnenseite = Südseite.
Am Sennchen
Bedeutung: Sennchen = Sonnenseite; aber auch mögliche Bedeutung:
Weideplatz, Senne (von mittelhochdeutsch: senidi)
Im Thal
1603: im Dall.
Im hinteren Thal
1747: im Hindtersten Dahl.
Tiefgewann
1747: in der Difgewann.
Hinter der Tiefgewann
1772: hinter der diefgewand.
Am Schlag
1780: am schlag.
Bedeutung: Schlag = Schlagbaum = Ortseingang.
Auf der Hostert
1775: auf der hostert
1777: ander hostert.
Bedeutung: Hostert = Hochstatt = hohe Stelle
(Überschwemmungsgebiet, das nur bei hohem Wasserstand überflutet wurde).
In der Hohlgasse
1603: in der obersten Holgasen
1671: Item 1/2 viertel wießen in den Anderthalbmorgen in der Untersten Hohlgaß.
Bedeutung: Hohlweg = tiefgehender Weg.
Am Holzweg
(Nicht mehr im Grundbuch)
1776: Holzweg
Bedeutung: Holz-Wald; also Weg, der in den Wald führt.
Hippel
(Auf dem - Ober'm - Unter'm).
1671: Item ein drittheil auß einem halben virtel wingert am Hippel,
Item 1 Morgen 1/4 Clauer auf dem Hippel.
1747: am Hippel Pfadt.
Bedeutung: Hippe1 = Hüge1
Klaus Grundstein (wird fortgesetzt) |