Die Dorfschelle
Nummer 5 - Ausgabe Juli 1987
Aspisheimer Flurnamen - Teil 4
(Aus: Die Heimat; Heft 2 und 3 von 1933;
Autor: Lehrer Heinz Koch, Aspisheim)
4. Boden und Gesteinsarten geben den Gewannen ihren Namen
Kisselstraße (An - In - Ueber - der)
1671: Hans Philipps Corpius-Pfarrer: Item Ein zwei theil Clauer
auf Kissel.
Bedeutung: Kies-Gerölle.
Im Saler
1812: Im Saller.
Bedeutung: sal = grau; also den Boden betreffend.
Auf Steinland
1603: uf steinland.
Lamekaut
1747: in der lamen kaudt.
1773: an der Laimen grub.
Bedeutung: Noch ca. 1883 haben sich die Leute ihre Backsteine
selbst gemacht (lufttrocken).
An der Fels
1769: Clauer an der felz (fölls).
Bedeutung: Fels = Felsen.
In der Sandkaut
1778: auf der Sandkaut.
Die letzten drei Namen stehen nicht mehr im Grundbuch.
5. Die Bepflanzung ist für die Namengebung maßgebend
Im Angelgärtchen
1778: am Angelgärtlein.
Bedeutung: Anger bedeutet geschütztes Grasland.
Im Appelgarten
1772: am apfelgarten.
Bedeutung: häufiges Vorkommen des wilden Holzapfelbaumes.
Birken (Hintere - Vordere - in den gebrannten)
1772: in den mittleren Bürken (mundart.: Hasentail).
1776: in den bürken.
1812: in den gebrannten berken.
Bedeutung: Früher war die Brandwirtschaft oder Brandkultur häufig;
die Grundstücke wurden abwechselnd als Wald und Acker benutzt. Der
Boden des Waldes wurde durch Abrennen des Gehölzes zum Ackerland
hergerichtet. Die Asche diente als Dünger.
In der Bohnengewann
1768: in bohnengewand.
Im Dehnacker
1603: im Dehenacker.
1663: im detenacker.
1671: Item 1/4 wust im Döden-Acker geforcht einseit die gemeine
wust.
1769: im Dödtenacker.
Bedeutung: Dehten = Dehem = Dehein = Eckericht = Schweinemast. (Eichenschlag)
Auf der Haide
1775: Clauer an der kleinen Heyd.
1778: Clauer an der Heyd.
Bedeutung: Oedung - unfruchtbar - ein Stück davon ist die Sandkaut
- dort ist die Schindkaut.
Im Hutzelgraben
1773; am Kozelgraben - auch Huzelgraben.
Bedeutung: Unter "Huzele" versteht man in unserer Gegend "getrocknete
Birnstückchen". In der Tat fand man dort viele Birnbäume.
Spangenberg (Im - am mittleren - im vorderen - im hinttersten)
1603: am Spangenberg.
Bedeutung: Spangen = Abfallholz, das sich die Bewohner vielleicht
sammeln durften. "Span" im Flurnamen bedeutet Rechtsstreit.
Im Starkenbusch
1539: baum clauer zu starkenpost.
1773: im starken busch.
Bedeutung: Die neuere Schreibweise läßt "starkes Buschwerk" in
alter Zeit vermuten. Dagegen alte Schreibung und Mundart (stärkenpoß)
weisen auf ahd. : buozo = Bruch hin; z. B. Steinboß = Steinbruch.
Die Möqlichkeit eines Rutsches ist nicht von der Hand zu weisen
Maulbeerstück (Vor dem Hungerberg)
steht nicht mehr im Grundbuch
Bits (Nicht mehr gebräuchlich)
1780: baumfeld uf der büz.
Bedeutung: ahd. bizuna = umzäumtes Land, meist dicht bei dem Dorf;
gutes Wiesenstück.
Im Kappesgarten
1603: ein Stück von einemer Cappesbort = Krautstücke.
1671: ein Stück Cappesgarten.
1769: ein Capes borth.
Am Kläuerchen
1768: am gleyergen.
1769: am Cläuergen.
Bedeutung: im allg. Wäldchen, Heckenstück; häufig auch Gruppen von
Kopf- oder Hutweiden, was sicher hier zutrifft. Der Boden ist heute
schwer zu bearbeiten und hatte noch ca. 1870/1880 Wasser.
Plänzer (Am - Am oberen - Auf dem)
1747: auf dem plentzer.
Bedeutung: Reben- oder Hopfenanlagen.
Am Promecher
1567: im brambacher.
1590: am brombecher.
1671: item Halbzweitel Weingarten in den drei morgen am Brommecher.
1773: im bromacher.
Bedeutung: ahd. prama mhd. breme - Brombeerstrauch - bramach = Brombeerstrauchwildnis.
(Hier gab es früher wahrscheinlich einen mit
Brombeeren bewachsenen Flutgraben).
Auf'm Schleeberg - Am Schleeweg
1812: Am Schleeweg.
Bedeutung: Entstellung von Schlittweg.
Am (Oberm) Schmilberweg
1539: im schmalen Weg (ob derselbe?) Schmelwer-Grashalm.
1770: am schmeiberweg.
1812: Schmelbenweeg.
Silberstrauch
1747: am selbenstrauch
1812: Im Silbastrauch; im sälbaystrauch.
Bedeutung: selven = Salbei.
Klaus Grundstein (wird fortgesetzt) |