Die Dorfschelle
Nummer 8 - Ausgabe März 1989
Der Dorfgraben
Ursprünglich bildete unser Dorf ein großes Oval, dessen Längsachse sich von Südost nach Nordwest erstreckte. Ein doppelter Graben zog sich um das ganze Dorf und war mit Bäumen und Gebüsch bepflanzt. Der Graben bot Schutz gegen räuberische Überfälle. Auch das vom Berg herabkommende Wasser wurde durch den Graben in seiner Wirkung etwas abgemildert. Zwei Ausgänge hatte das Dorf, einen nach Südwest und einen nach Nordost. Heute wird nur noch ein Ortsteil nach diesem Ausgang benannt, es ist die "Untere Pforte".
Vor jedem Tor teilte sich die Straße nach 2 Richtungen. Von der oberen Pforte ging eine Straße nach Horrweiler und eine andere nach Wörrstadt. Die untere Pforte führte einmal in Richtung Appenheim und einmal nach Bingen, der sogenannte alte Bingerweg. Als dann später keine Überfälle mehr zu befürchten waren und auch die Gefahr durch herabkommendes Wasser abgemildert war, hatte der Dorfgraben seine ursprüng¬liche Bedeutung verloren.
Mehr und mehr wurde das Gelände für Bauplätze und Gärten verwendet. Bis vor wenigen Jahren waren noch 2 Effen (Ulmen/Rüster) als einzige Überreste des Baumbestandes am Dorfgraben vorhanden.
Albert Hey
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