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Die Dorfschelle
Nummer 8 - Ausgabe März 1989
Es war einmal
Es war einmal ein schönes, beschauliches Dorf irgendwo in Rheinhessen. Die Menschen lebten dort, in Ruhe und Zufriedenheit und verrichteten ihr Tagewerk, jeder auf seine Art. Die meisten waren auf den Äckern und in den Weinbergen tätig.
Handwerker gab es natürlich auch im Dorf. Schreiner, Wagner, Schuhmacher, Küfer, Schlosser, Schmiede, Bäcker und Metzger lebten von ihrer Hände Arbeit. Ein Schneider und ein Frisör waren ebenfalls bemüht ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Damals befand sich sogar die Schule noch im Dorf. Nur ein paar Minuten benötigten die Kinder für den Schulweg. Der Lehrer, damals nannte man ihn noch Schulmeister, spielte am Sonntag beim Gottesdienst die Orgel. Auch war er beim Gesangverein als Dirigent tätig. Neben einer stets einsatzbereiten Feuerwehr war noch ein rühriger Turnverein vorhanden. Alle Sportarten wurden gepflegt und den Bürgern nähergebracht.
Die Bauern und Winzer hatten sich zu einem Bauernverein zusammengeschlossen, und auch die Landfrauen gründeten einen Verein, um die Geselligkeit zu pflegen. Bei Altennachmittagen und ähnlichen Veranstaltungen wirkten sie ebenfalls sehr intensiv mit. Neben dem jährlichen Konzert und Teilnahme an Sänger¬festen der Nachbarvereine wusste der Gesangverein in jedem Winter mit einer gelungenen Theateraufführung zu begeistern. Feuerwehr und Turnverein bemühten sich ebenfalls jedes Jahr eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, und alle Beteiligten waren mit Eifer bei der Sache.
Auch der Pfarrer, der nebenbei noch den Kirchenchor betreute, brachte durch seine Bemühungen viel Farbe in das kulturelle Dorfgeschehen. Es war wirklich ein ideales Zusammenwirken im Dorf, man konnte es sich nicht besser vorstellen. Märchen enden normalerweise mit der Feststellung: und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute. In diesem Fall würde es sich etwas anders anhören.
Vielleicht könnte es ja heute noch so sein, wenn nicht eines Tages irgendein so ein Trottel das Fernsehen erfunden hätte.
Albert Hey
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