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Die Dorfschelle
Nummer 17 - Ausgabe Dezember 1999
Hätten Sie's gewusst?
Am Sonntag, dem 25. Januar 1998, freute sich die kleine Achatiusgemeinde in der Mainzer Oberstadt auf die Einweihung ihrer neuen Orgel, die am Weißen Sonntag 1996 zum letzten Male spielte. Danach wurde sie abgebaut um sie - wie schon früher - nur reparieren zu lassen.. Eine Untersuchung zeigte aber: die Orgel muss ganz ersetzt werden.
Schon seit 1837, als die Orgel von der evangelischen Kirche in Aspisheim für 520 Gulden gekauft wurde, zeigte sie eine schwache Leistung. Der Grund: die Holzpfeifen waren aus asthaltigem Holz gebaut.
Der Orgelmeister, Richard Franz aus Malterdingen bei Freiburg, hat 803 Pfeifen eingebaut, elf davon stammen von der alten Orgel. Auch vergrößerte er die Anzahl der Register von 12 auf 14. Selbst wenn das Herz der Orgel neu ist, bleibt das Gehäuse alt. Es soll aus dem späten Rokoko stammen. Die zwei pausbäckigen Engel weisen aber auf das Barock hin..
Anmerkung: Auf 1824 wird der heutige Kirchenschiff der Ev. Kirche datiert, s. Dorfschelle Nr. 18, Dez. 2000. Demnach war die Kirchengemeinde bereits 12 Jahre nach Fertigstellung des Neubaus in der Lage, eine neue Orgel zu kaufen. Offensichtlich hatte die Orgel den Vorgängerbau, errichtet in 1756-1758, den Brand überstanden. Bestätigung finden diese Schlussfolgerung in der Aussage eines Zeitzeugen bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1965, bei der Versetzung der Orgel an deren Rückseite in der Außenmauer die Jahreszahl 1755 vorgefunden zu haben.
(aufgespießt von Peter Rudolph; verfasst von Klaus W. Grundstein)
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