Die Dorfschelle
Nummer 17 - Ausgabe Dezember 1999
Schifahren
In den schneereichen Wintern der 1940er Kriegsjahre war Schifahren bei den Aspisheimer Buben groß in Mode. Beliebt waren die Schussfahrten auf den Kleeäckern zwischen den Wingert am Hippel.
Eines schönen Tages erschien der Bürgermeister Philipp Hothum IV in der Schule und verbot jegliches Schifahren. Mag sein, dass „oner emol die Kurv net kriet hot“ und den einen oder anderen „Wingertspol“ umgelegt hat oder dass einer eine Bohnenstange als Schistock brauchte. Mehr ist bestimmt nicht passiert, aber an Widerspruch war zu dieser Zeit nicht zu denken, zumal auch noch der strenge Feldschütz Schöber Wache stand.
Die Aufhebung des Verbots kam unerwartet von hoher Warte nach einem Aufruf Hitlers: "die deutsche Jugend muss Sport treiben!" Und was der "Führer befiehlt" kann kein Bürgermeister, Lehrer oder Feldschütz verbieten!
Die Schier waren damals meist selbstgemacht aus Fassdauben. Meine ersten Schier hat der Wagner Schmidt aus einem mitgebrachten Balken in vielleicht einer halben Stunde heraus gesägt und gehobelt. Als Bindungen wurden Riemchen angenagelt. nachteilig waren nur die Saltos, wenn sich die flachen Spitzen in die Sprungschanze bohrten.
Helmut Huff
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