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Die Dorfschelle
Nummer 18 - Ausgabe Dezember 2000
Der Grundstein der Turnhalle
Gespannt waren viele Personen. Was wird wohl in der Urne sein? Wein, Bilder und, und, und; leider nein. Enthalten war die Urkunde: Inflationsgeld, 1 Münze und ein Wahlaufruf zum Volksentscheid am 20. Juni wohl 1926.
Die Urkunde über den Bau der Turnhalle war in einer Papprolle, wie wir sie als Versandrolle kennen. Leider war die Urkunde in der Wand gegen aufsteigende Feuchtigkeit und Schlagregen wenig geschützt. Der äußere Bereich der gerollten Urkunde war leider schon vermodert bzw. so verklebt, dass eine Seiten- bzw. Trennung des Papiers in der gerollten Form nicht mehr möglich war. Erfreulicherweise war der überwiegende Teil der Urkunde einschließlich der Übersicht über Mitglieder des TV und weiterer Unterstützer noch gut lesbar. Soweit lesbar wird der Originaltext mit dem für die damalige Zeit nicht überraschendem Inhalt wie folgt wiedergegeben.
Frieder Hothum
Turnverein F F Aspisheim e.V. gegründet F F *) 1861
Gut Heil
Urkunde
Grundsteinlegung beim Bau der Turnhalle am 12. Juni 1926
MDCCCXXVI
*)FRISCH FROMM FRÖHLICH FREI; Turnerwahlspruch
Acht Jahre liegen hinter uns, seitdem der grausamste und blutigste aller Vernichtungskriege seit Menschengedenken sein Ende gefunden hat. Der vereinten Kraft der ganzen Welt ist es gelungen, das ehedem so stolze und tüchtige deutsche Vaterland nach vierjähriger tapferer Gegenwehr in Staub und Schande niederzuzwingen. Alle die traurigen Folgeerscheinungen haben wir als bittre Pillen zu schlucken. Die von Gott beg....... Thro.... ....... ..... der .... tionen wurde zusammengebrochen. Freiheit und Gleichheit haben ... fallen, ..
Der ruhige Bürger greift zur Wehr, und nur der Willenskraft und Energie entschlossener Männer gelingt es, eine neue Ordnung zu schaffen. Not, Elend und Verarmung des arbeitenden Volkes, hervorgerufen durch Arbeitslosigkeit und Teuerung und durch den ständigen Druck der Feinde von außen, stehen der Genußsucht, dem Vergnügen und der Verschwendung anderer Kreise gegenüber. Die Ideale des Menschentums wird mit Füßen getreten und des schnöden Materialismus willen erleben .........(ca. 8 Zeilen vermodert)
2. Bogen
...an auf Leben und Tod. Warum sollten auch derartige Zerrüttungen nicht möglich sein in einer Zeit, in der neugeborene Kinder und Katzen fast gleichzeitig in offenen Ortsbrunnen ertränkt, ohne daß von berufener Stelle wirksam Aufklärung herbeigeführt wird. Und dennoch und trotz allem leben auch noch Menschen, die gewillt sind, Geist und Gut zu opfern zur Schöpfung und Errichtung neuer Stätten zur Förderung und Pflege deutscher Art und Sitten, körperlicher und geistiger Ertüchtigung und niesterbenden deutschen Volkstums. Den Mut und die Kraft dazu finden wir in den Bestrebungen der deutschen Turnerei, drum dürfen wir sagen: der deutsche Mut, die deutsche Kraft, die in dem deutschen Manne steckt, entspringt der deutschen Turnerschaft, drum wehe dem, der sie befleckt. - So sind wird durch den Beschluß vom Februar und Dezember 1925 und März 1926 heute zur Ausführung unseres Baues geschritten und unser Wunsch sei,
daß unser Haus hier ein Stein sein möge von dem großen Aufbau zur einstigen Größe und Vollkommenheit deutschen Wesens und der gesamten Menschheit. – Der Bau wurde ausgeführt zur Zeit des deutschen Reichspräsidenten v. Hindenburg, des hessischen Staatspräsidenten Ulbricht, des Bürgermeisters Jakob Dautermann II, des Beigeordneten Johann Scholl II und der Gemeinderäte Heinrich Luff V, Peter Gruber III, Adam Braun I, Johann Hothum VIII, die sich selbst am Bau beteiligten. Der ausführende Vorstand war: 1. Philipp Mörbel, 2. Heinrich Bretz II, 3. Lehrer Dechent, 4. Johann Becker II, 5. Fritz Zehmer, 6. Karl .... 7. Unleserlich, 8. ... Webler, 9. Adam ....,10. Theodor Dautermann II, 11 Jakob Hieronymus, 12. Philipp Zim...., 13. Vermodert, Endung o, 14. Fritz Kistner, 15. Jakob Weyell, 16. Johann Mörbel V?,
Der ganze Bauplatz wurde ... gestellt von ...Kistner. Die Maurerarbeiten wurden ausgeführt von der Baufirma Gebr. ....,
Gau-Algesheim, die Zimmerarbeiten von Heinrich Rausch Gaulsheim Die Mitgliederzahl ...... (betrug) 142. Die Namen, die du hier vorfindest, lieber Leser, die ..... ein, drum sei die .... gesagt, wer dieses Werk vollbracht hat,
(eingerückt) Menschen ...... eschaffen
deren A ...... geseh’n
(Der Rest des Blattes mit dem offenbar abschließenden Spruch ist ebenfalls vermodert)
Blatt 3 beinhaltet in getrennter alphabetischer Reihenfolge die Mitglieder des Vereines und die ebenfalls den Bau der Turnhalle unterstützenden Nichtmitglieder wie sie nachstehend verzeichnet sind.
Mitglieder
Altmeier, Jakob; ,Andel, Franz; Andel Heinrich; Baußmann, Philipp; Becker Johann I; Becker, Johann II; Becker Friedrich; Becker, Karl; Becker, Heinrich IV; Becker, Jakob; Becker, Friedrich - Jakob; Beiser, Johann III; Best, Johann; Braun, Adam I; Braun, Adam II; Braun, Johann; Bretz, Heinrich II; Butz, Peter Josef; Butz, Johann; Dautermann, Bürgermeister; Dautermann, Theodor II; Dautermann, Theodor; Dechent, Lehrer; Dern, Fritz; Deutsch, Ludwig; Dickescheid, Heinrich; Ebenhöh, Fritz; Ehrhardt, Philipp; Exel, Jakob; Geyer, Ludwig; Geyer, Karl; Gruber, Jakob I; Gruber Peter Josef IV; Gruber, Fritz; Gruber, Karl; Gruber, Peter Josef; Gruber, Jakob; Hieronymus, Jakob; Hieronymus, Joseph: Hieronymus Georg; Hoch, Jakob I;, Hoch, ...?.; Hoch, Friedrich I; Hoch Friedrich VII; Hoch Johann; Hofmann, Fritz; Hothum, Johann VIII; Hothum, Heinrich II; Hothum, Heinrich; Huff, Karl; Huff, Hans; Jung, Jakob III; Jung, Jakob IV; Jung, Fritz; Jung, Philipp; Jung, Jakob; Jung, Heinrich; Jung, Georg; Kistner, Heinrich; Kistner Fritz; Klein, Johann; Klein, Adolf; Klein, Emil; Klein, Philipp; Kolmar, Ludwig: Luff, Philipp III: Luff, Karl; Luff, Frd. Jakob; Maurer, Karl; May, Wilhelm; Mörbel, Johann VI, Mörbel, Philipp; Mörbel, Fritz II; Mörbel, Ludwig; Mörbel, Wilhelm; Mörbel, Johann VII; Müller, Jakob; Müller, Heinrich; Mundo, Karl; Porr, Peter; Rudolf, Paul; Schleif, Valentin II; Schleif, Ludwig I; Schleif, Johann VII; Schleif, Karl; Schleif, Willi II, Schleif, Ludwig II; Schleif, Willy I; Schmidt, Peter; Schmidt, Willy; Schmidt, Karl; Schneider, Wilhelm; Scholl, Johann II; Scholl, Hans; Scholl, Ernst; Schwarz, Karl; Strub, Walter; Strub, Robert; Webler, Wilhelm; Webler, Willy, Webler, Heinrich, Weyell, Jakob I; Weyell, Jakob II; Weyell, Jakob III; Weyell, Philipp; Wilhelmi, Fritz; Wittmann, Wilhelm; Zehmer, Fritz; Zehmer, Karl; Zehmer, Jakob; Zelt, Jakob I; Zelt, Jakob II; Zimmermann, Philipp; Zimmermann, Valtin;
Nichtmitglieder
Andel, Otto; Becker, Adam; Bretz, Friedrich; Butz, Ludwig; Dautermann, Jakob; Dern, Hans?; Exel, Friedrich; Fetter, Jakob; Hothum, Heinrich; Jung, Hans; Eckard, Georg; Heß, Heinrich; Luff, Hans; Luff, Peter; Huff, Philipp; Petry, Jakob; Schleif, Hermann; Emrich, Jakob; Andel, Peter; Mörbel, Heinrich; Semus, Jakob; Schleif, Hans; Hoch, Georg; Webler, Ernst; Dautermann, Karl; Dautermann, Heinrich; Strunk, Friedrich und Müller, Jakob.
Beim Abbruch im September 2000 wurde bei der Entfernung des Fußbodens eine Sprudelflasche mit dem damals üblichen Schnappverschluß gefunden. Die Flasche enthielt eine Nachricht über die Erneuerung des Fußbodens geschrieben auf einer Blanco-Getränkekarte mit folgendem Inhalt:
“An die spätere Jugend
Am 6. August 1966 wurde der 3. Fußboden eingelegt. Der Verein hatte zu dieser Zeit 18ooo.- DM Schulden. Die Materialkosten wurden als Vorlage und Spende von den Mitgliedern gesammelt. Als Auftreiber waren Fried Hofmann, Robert Strub, Rolf Speckmann, Helmut Kreutzer tätig.
Die Materialkosten 4.600.- DM.
Freiwillig Helfer waren:
Peter Rudolph, Gerd Rudolph, Gerfried Hepp, Gerfried Hepp jr., Walter Schleif, Robert Strub, Walter Strub, Franz Hartel (Wirt), Kekes, Dujan; Unic, Wan; Pavic, Anton; Rolf Speckmann.
Fertiggestellt am 20. August 1966
Der Verein hatte somit bis zehn Jahre die Kasse mit 25000.- DM Schulden belastet.”
R. Speckmann, Vors.“
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