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Die Dorfschelle
Nummer 20 - Ausgabe Dezember 2002
Ein Aspisheimer Neubürger! Wer ist das, wo wohnt er?
Wie lange muss man in einem Dorf wohnen, um sich zu den Alt-Bürgern
rechnen zu können? Länger als 3 Jahre ? oder > 5, >10, > 20
oder 30 Jahre? Ich glaube es ist keine Frage der Jahre, sondern eine Frage
wie man sich als Neu-Bürger am Dorfgeschehen beteiligt. Aber man kann
sich natürlich auch die weitere Frage stellen: Warum soll ich mich
eigentlich am Dorfgeschehen beteiligen? Warum soll ich nicht immer
Neu-Bürger bleiben? Was gehen mich das Dorf und die Dorfbewohner
eigentlich an? Ich will hier doch nur wohnen: in guter Luft, schöner
Landschaft, schönem Haus mit großem Garten und Platz für die Kinder.
Und ich will gute Verkehrsverbindungen haben zu meinem Arbeitsplatz in
Mainz, Wiesbaden, Bingen, Frankfurt usw.. ABER, sind das wirklich die
einzigen und wirklich wichtigen Gründe und Vorteile, in einem Dorf zu
wohnen?
Ich war zufällig eingeladen zur diesjährigen Redaktionsbesprechung
der Aspisheimer Schriftreihe "Die Dorfschelle". An dieser
Konferenz nahmen acht Alt-Aspisheimer teil. An diesem Abend wurden von den
Teilnehmern die verschiedenen Texte zur diesjährigen Ausgabe der
"Dorfschelle" vorgetragen, erläutert und diskutiert. Neben den
Beiträgen wurden so viele weitere Geschichten "von früher"
erzählt und Ereignisse vergangener Tage geschildert, dass ich mir so
meine Gedanken gemacht habe. Es muss doch noch mehr und bessere Gründe
geben, in einem Dorf zu leben.
Es muss schön sein in einer Gemeinschaft zu leben und alt zu werden, in
der man sich kennt und nicht anonym nebeneinander herlebt. Natürlich gibt
es auch eine Reihe von Nachteilen "auf dem Dorf" zu leben. Die
kennen wir alle und jeder bewertet sie unterschiedlich. Aber gibt es nicht
eventuell Möglichkeiten, um die Nachteile abzumildern und die Vorteile zu
verstärken?
Ich glaube eine der einfachsten Möglichkeiten, sich in die
Dorfgemeinschaft einzuleben ist die Mitgliedschaft in einem der vielen
Vereine. Ich habe mich spontan entschlossen, Mitglied des Heimatvereins zu
werden. Aber es gibt ja noch viele andere, die der jeweiligen Neigung mehr
entsprechen (Turner, Landfrauen, Sänger, Winzer, Feuerwehr, usw.. Egal wo
- wichtig ist man macht mit. Dann kann man irgendwie etwas tun für sich
selber, für die Kinder, Jugendlichen, die Alten, usw.. Übrigens,
Aufnahmeanträge gibt es bei jedem Verein.
Mit freundlichen Grüssen von einem Aspisheimer seit 1999
Hermann Cornelius |