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Die Dorfschelle
Nummer 21 - Ausgabe Dezember 2003
Das Rothesfest und seine Folgen
Wie herrlich war das Rothesfest,
man ließ im Rausch sich treiben,
manch Pärchen sah man da verliebt
und sich die Wangen reiben.
Ein Ehepaar bei Jahren schon,
war in froher Runde dort,
man tanzte, sprach dem Wein auch zu
und wollte kaum mehr fort.
Am Montag dann in aller Früh,
kam das Pärchen froh nach Haus,
die Frau sich an die Waschbütt stellt,
der Thedor jedoch, er ruht sich aus.
Als er vom Rausch erwacht ist dann,
reibt er sich zuerst die Augen,
der Teufel hol das Rothesfest,
man kann doch nix mehr vertragen.
Es ist alles ruhig, still um ihn,
was ist denn da nur los,
wo ist doch nur seine Erna hin,
er macht sich bald in die Hos'.
Erinnert sich, dass Erna waschen tut,
und braucht sich nicht lange zu besinnen,
geht dorthin, wo die Waschbütt steht,
und denkt, dort muss ich sie finden.
Oh Schreck, oh Graus, keine Frau im Haus
und auch nicht an der Bütt,
der Rotwein hat das Unglück drin,
dass mach ich nicht mehr mit.
Drei Schritte geht er jetzt noch vor,
bis hin zum Büttenrad,
ihr lieb Leut, was das ein Bild,
still steht ihm dann der Verstand.
Seine Erna lag ja in der Bütt,
und schlief in seliger Ruh,
glücklich war er vor lauter Schreck
und packte richtig zu.
Er sprach, ei was ist denn passiert,
ei spürst du denn noch Leben?
Ja, ja, der Rotwein hatte ihr zugesetzt,
sie war noch ganz daneben.
Ach Thedor ruft sie ihm ins Ohr,
was geht denn nur mit mir vor,
ich konnte mich vorhin nicht mehr halten
und bin dabei rückwärts in die Bütten gefallen.
Jetzt stehen sie zusammen, wie sie zusammen gehören,
die Erna war nass, der Thedor war zufrieden,
sie gingen nun Arm in Arm ins Haus,
und damit ist die Geschichte aus.
Drumm rät der Thedor zum allerbesten,
wenn man nix vertragen kann
dann bleibt auch von den Festen.
Frei nacherzählt nach einer Notiz von Theodor Dautermann
und nach einem Besuch des Rotweinfestes in Ingelheim |