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Die Dorfschelle
Nummer 22 - Ausgabe Dezember 2004
Die heilige Nacht
Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!
Wohl unterm lieben Himmelszelt,
die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürcht’t euch nicht!
Ich verkünd’ euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut.“
Da gehen die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen des ewig Heil;
zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.
Bald kommen auch gezogen fern,
die Heil’gen König’ mit ihrem Stern.
Sie knien vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrren, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: „Gott in der Höh sei Ehr!“
Eduard Möricke |