Die Dorfschelle
Nummer 25 - Ausgabe Dezember 2007
Die vier Kerzen
Vier Kerzen brennen langsam. Wenn man ganz leise ist,kann man
hören, wie sie sprechen.
Die Erste sagt: „Ich bin der Frieden!“ Niemand kann mein Licht
erhalten. Ich glaube, ich werde ausgehen. Ihre Flamme wurde kleiner
und kleiner und ging dann ganz aus.
Die Zweite sagte: „ Ich bin das Vertrauen!“ Ich bin am
Verletzlichsten und so macht es keinen Sinn, dass ich weiter brenne.
Nachdem sie gesprochen hatte, wehte ein sanfter Hauch zu ihr und
sie erlosch.
Spontan sprach die Dritte auf ihre Weise: „Ich bin die Liebe!“
Ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen schieben mich beiseite
und begreifen nicht, wie wichtig ich bin. Sie vergessen sogar, die
zu lieben, die ihnen am nächsten stehen. Und dann erlosch auch sie.
Ein Kind betritt den Raum und sieht, dass drei Kerzen ausgegangen
sind. „Oh, warum brennt ihr nicht mehr?“. Das Kind wurde sehr traurig.
Da sprach die vierte Kerze. Hab’ keine Angst, solang ich brenne,
können wir die anderen wieder anzünden. „Ich bin die Zuversicht!“
Mit leuchtenden Augen nahm das Kind die Kerze der Zuversicht und
zündete die anderen Kerzen wieder an.
Die Flamme der Zuversicht soll immer bei uns sein, so behalten wir
Frieden, Vertrauen und Liebe für alle Zeit.
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