Kirchen
Bei den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden handelt es sich jeweils um Filialgemeinden, bei den
Protestanten um die Kirchengemeinde Horrweiler/Aspisheim und bei den Katholiken um die
Kirchengemeinde Bingen - Dromersheim/Aspisheim.
Evangelische Kirche
Bereits im 8. Jahrhundert kann eine dem hl. Martin von Tour gewidmete Kirche an der
heutigen Stelle angenommen werden. Die ergibt sich aus den erstmals in 767 belegten
Schenkungen von Christen an das Kloster Lorsch. Die Erbauung des Turmes dieser Kirche im
romanischen Stil wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Unter Beibehaltung des Turmes wurde
um 1400 das Kirchenschiff (offensichtlich nach einem Brand) im gotischen Stil
wiedererrichtet. Das heutige Kirchenschiff ist erst um 1824 neu erbaut worden.
Bei Renovierungsarbeiten in den Jahren 1964/1965 entdeckte man im
Turm alte Wandmalereien. In der Verbindung von Motiven und Technik der gut erhaltenen
Malereien können diese auf 5 verschiedene Perioden von ca. 1300 bis 1580 einge- ordnet
werden. 1998 wurden im Zusammenhang mit der Renovierung der Kirche die Fresken erneut
restauriert.
Die jüngsten Malereien von 1580 befinden sich im Gewölbe
des Chores in der Technik "al secco"(gemalt auf trocknem Anstrich) mit der
Darstellung der 4 Evangelisten. Der Engel steht für Mathäus, der Löwe für Markus, der
Stier für Lukas und der Adler für Johannes. Bei der ältesten Malerei handelt es sich um
Ranken an der Innenseite des Chores auf rauhem Putz in der Technik "al fresco"
(gemalt auf den noch feuchten Kalkanstrich). Zwei Sterbeszenen befinden sich über dem
alten Ausgang zum alten Friedhof. Verschiedene Darstellungen befassen sich mit der hl.
Barbara. Nur bruchstückhaft ist der Schutzpatron der Franken, der hl. Martin, dem die
Kirch geweiht war, erhalten.
Bereits im 12. Jahrhundert ist eine Pfarrei nachgewiesen. Sie lag im
Erzbistum Mainz und unterstand dem Liebfrauenstift im Feld (außerhalb von Mainz,
Hechtsheim). Das Recht zur Besetzung der Pfarrstelle lag seit 1236 bei dem Probst des St.
Johannes-Stiftes in Mainz. Erst nach Ende des 30-jährigen Krieges in der 2. Hälfte des
17. Jahrhunderts wurde die Pfarrstelle nicht wieder besetzt. Nach einigen Mitversorgungen
durch Pfarrer der Umgebung wurde sie Horrweiler als Filiale zugewiesen.
Im Zuge der pfälzischen Kirchenteilung im Jahre 1706 fiel die
einzige Kirche des Ortes an die Reformierten.
Informationen zur Kirchenorgel finden Sie hier.
Katholische Kirche
Infolge der Glaubensspaltung wechselten die Einwohner gezwungenermaßen öfters ihre
Religionszugehörigkeit. Von 1621 bis 1631 war der Ort katholisch, danach ging die Pfarrei
unter.
Nach dem Übergang der einzigen Kirche an die Reformierten
errichteten die Katholiken im Jahr 1735 eine neue Kapelle. Man erwarb von einem Bürger
ein für damalige Verhältnisse großes Haus und richtete dort eine Kapelle ein,
offensichtlich zugleich auch einen Schulsaal. Durch den Bau einer weiteren Schule durch
die Zivilgemeinde entfiel der Schulsaal und wurde verpachtet. Der Raum im Obergeschoß
diente noch bis um 1945 als Kirche. Der Raum war wegen der angewachsenen Gemeinde
mittlerweile zu klein und auch baufällig geworden.
Mit vielen freiwilligen Helfern konnte unter der Leitung von Pfarrer
Hain sowohl eine neue Kirche als auch ein Pfarrhaus innerhalb von einem halben Jahr auf
einem von der Zivilgemeinde zur Verfügung gestellten Platz errichtet werden. Die
Konsekration fand am 21. Juli 1951 statt.
Interessant ist, daß die seinerzeit im Dachreiter aufgehängte
Glocke mit in die neue Kirche übernommen wurde und so als älteste Glocke in der Gemeinde
erhalten werden konnte.
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